Hörakustik

Die wichtigen Männer in Anzügen nehmen sich eine 3-D-Brille und schauen auf den Fernseher. Helene Djadjun hackt etwas in den Computer, den sie mit dem Fernseher verbunden hat und lässt vor den Augen ihrer Probanden geometrische Formen und Figuren entstehen, die aus dem Bildschirm herauszutreten scheinen. Ein Rechteck oder eine Blume scheinen ihnen zum Greifen nah.

Damit haben sie den Test bestanden. Das Zusammenspiel ihrer beider Augen, das räumliche Sehen funktioniert. In ihrem Vortrag, in dem sie ihre ausgezeichnete Abschlussarbeit zusammenfasste, hatte Helene Djadjun zuvor schon herkömmliche Stereosehtests vorgestellt. Sie sind meist vorgefertigt und auf Karten gedruckt. Helene Djadjuns Test ist dagegen viel flexibler. Ihre Probanden bitten sie, ein wenig mit den 3-D-Bildern zu spielen, die Formen optisch nach hinten zu rücken oder sie zu verändern. Für die Augenoptik-Studentin kein Problem. Am Computer gibt sie die entsprechenden Befehle ein in das Programm, das sie selbst geschrieben hat, und kann innerhalb von Sekunden alle Wünsche erfüllen.„Das steigert die Motivation beim Sehtest, gerade bei Kindern“, sagt Helene Djadjun. Wer als Kind das räumliche Sehen nicht lerne, der lerne es nie. Deswegen sei es wichtig, etwaiges Schielen frühzeitig zu erkennen, sind sich die vielen Augenoptiker im Raum einig.

„Das alles kann Grundlage sein für weitere Studien und Messreihen an der Hochschule Aalen“, sagt Helene Djadjun. Nach ihrem so erfolgreich abgeschlossenen Bachelorstudium könnte sie sich nun im Masterstudium weiter diesem Thema widmen. Prof. Dr. Jürgen Nolting, der die Arbeit mit betreut hat, denkt noch in andere Richtungen. „Schauen wir mal, wer das System bauen will“, sagt er. Zuerst muss Helene Djadjun aber noch einmal in die Tasten hauen. Mehrere Fachzeitschriften sind an ihren Ergebnissen interessiert.

© Schwäbische Post 18.12.2013, Katharina Scholz