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Hörminderung

Hörminderung

Hörminderung ist nicht gleich Hörminderung.

Wussten Sie schon, dass es sich bei 85 Prozent der Hörminderungen nicht um einen Verlust der Lautstärke, sondern um einen Verständlichkeitsverlust handelt? Darüber hinaus betrifft ein Hörverlust meist nicht alle Frequenzen gleich stark, sondern in der Regel eher die hohen als die tiefen Töne.

Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen zwei Arten der Hörminderung: Verständlichkeitsverlust und Lautstärkeverlust.

Verständlichkeitsverlust

Gespräche und Töne werden zwar in normaler Lautstärke gehört, aber dennoch nicht verstanden. Das liegt daran, dass das Gehör verschiedene Frequenzen nicht mehr wahrnimmt. Dies betrifft insbesondere hohe Frequenzen wie bei den Buchstaben „S“, „K“ und „F“.

Lautstärkeverlust

Gespräche und Geräusche werden grundsätzlich als zu leise wahrgenommen, weil der Schall im Gehörgang oder im Mittelohr abgeschwächt wird.

Ursachen und Gefahr einer Hörminderung.

Bei einem so komplexen Organ wie unserem Ohr wäre es erstaunlich, wenn allen Hörminderungen die gleiche Ursache zugrunde läge. Tatsächlich kann es in sehr verschiedenen Bereichen zu Problemen kommen, die sich dann als Hörminderung äußern.

Um Ihre Hörminderung optimal auszugleichen, müssen wir Hörgeräteakustiker zunächst deren Ursache erkennen. Manche Hörminderungen sind bereits angeboren, andere sind durch äußere Einflüsse bedingt. In manchen Fällen ist dabei eine ärztliche Behandlung notwendig, bevor wir als Hörgeräteakustiker tätig werden können.

Schauen Sie selbst, wie vielseitig die Ursachen einer Hörminderung sein können:

  • Schädigung des Mittelohrs
    Mittelohrerkrankungen können zu bleibenden Schädigungen führen. Ablagerungen oder Verkalkungen im Mittelohr sowie Verstopfungen des Gehörgangs (zum Beispiel durch Ohrschmalz) schränken die Beweglichkeit der Schallleitungskette ein. Dadurch werden Schallwellen schlechter an das Innenohr weitergeleitet.
  • Schädigung des Innenohrs
    Die Haarsinneszellen im Innenohr sind verkümmert und wandeln den Schall nicht oder nur teilweise in elektrische Impulse um.
  • Stoffwechselerkrankungen
    Stoffwechselerkrankungen können das Hören ebenfalls beeinträchtigen, zum Beispiel aufgrund der mit ihnen verbundenen Durchblutungsprobleme. Exemplarisch seien hier Diabetes mellitus, Funktionsstörungen der Nieren, der Leber oder der Schilddrüse, sowie Gefäßverengungen (Arteriosklerose) genannt.
  • Hörsturz
    Die Ursachen eines Hörsturzes – auch Ohrinfarkt genannt – konnten noch nicht ermittelt werden. In der Regel kommt es dabei auf einem Ohr zu einem plötzlichen Hörverlust, der von Fall zu Fall verschieden stark ausgeprägt ist.
  • Frühgeburt oder Geburtstraumata
    Wenn Kinder zu früh auf die Welt kamen oder bei der Geburt unter Sauerstoffmangel litten, können bei ihnen ebenfalls Hörminderungen auftreten. Teilweise sind hier operative Korrekturen erforderlich. In vielen Fällen genügt jedoch auch der Einsatz von Hörgeräten.
  • Verschiedene Krankheiten und Infektionen
    Krankheiten wie Meningitis (Hirnhautentzündung) und Morbus Menière können temporäre oder dauerhafte Hörminderungen herbeiführen.
  • Bestimmte Medikamente
    Auch die Einnahme von Medikamenten kann das Hören zeitweilig oder langfristig beeinträchtigen. Manche Medikamente beeinträchtigen dabei den Stoffwechsel im Innenohr, andere die neuronale Weitergabe der Impulse.
  • Wiederholte mehrstündige Lärmbelastung
    Lärmschwerhörigkeit zählt in Deutschland zu den häufigsten Berufskrankheiten. Ein dauerhafter Lärmpegel von über 80 dB, der zum Beispiel im Straßenbau auftritt, kann ohne Gehörschutz zu einer Hörminderung führen. Vor allem die Haarzellen in der Gehörschnecke werden durch dauerhaften Lärm beschädigt. Leider kann unser Körper sie nicht nachbilden.
  • Natürlicher Alterungsprozess
    Zuletzt kann auch der natürliche Alterungsprozess (Presbyakusis) eine Hörminderung herbeiführen. Dabei kommt es zu Abnutzungserscheinungen im Ohr, vornehmlich an den Haarzellen der Gehörschnecke. Das hat zur Folge, dass nicht mehr jedes Geräusch beziehungsweise jeder Ton in einen elektrischen Impuls übersetzt wird.